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Dialog – Figuren sprechen lassen, viel näher kommt man ihnen als Autorin, als Autor kaum.
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Fokuskurse

Dialog

Praxisorientierter Intensiv-Workshop in Kleingruppe für Beginner und Fortgeschrittene.

Dieser Kurs ist ein Fokuskurs, das heisst: Wir konzentrieren uns auf ein Thema, es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Es gibt einführende Inputs zum Thema und praktische Übungen. Man kommt also auch zum Schreiben und in der Kleingruppe zu einem intensiven Austausch.

Gut geschriebene Dialoge bieten Vergnügen, aber auch Erschrecken, Versöhnliches wie Grausames, Überraschendes, Inspiriertes wie leergedroschen Belangloses. Dialoge sind aus dem Leben gegriffen. Aus dem Leben der Figuren. Und aus den Situationen, in denen sie etwas sagen.
Die Sprache der Figuren sollte sich von der Sprache der Erzählstimme deutlich unterscheiden. Nicht nur in der Wortwahl, auch stilistisch. Selten spricht man in aufgebracht aufgelösten Zuständen Sätze schön und grammatikalisch richtig zu Ende. Je nachdem erzählt das implizit viel über die Identität der Figuren und über ihre Beziehung zueinander.

Wenn jemand etwa sagt: «Heute, fürwahr, war kein ausnahmslos angenehmer Tag. Das Unangenehme kulminierte in meiner Kündigung, deren Nachvollziehbarkeit mir durchaus verschlossen blieb.» Dann sagt das mehr über die Figur als über das Geschehene.

Oder sagt er: «Merde. Der Drecksack hat mich gefeuert, einfach so. Sein Auto hat jetzt ‘nen fetten Kratzer. Ach ja, der Aussenspiegel …»
«Den Reifen hättest du noch …»
«Ging nicht. Kam einer.»

Anderes Beispiel: Es sollte einen Unterschied machen, ob eine Figur einer Anderen, neidischen und missgünstigen Figur in der Kaffeeküche der Firma eine Peinlichkeit erzählt: «Und? Blöd gelaufen?»
«Och nö, find’ ich nicht. Milch? Zucker? Und selbst? Wie geht es eigentlich dir?»

Oder ob sie antwortet, wenn sie abends nach Hause kommt, die Tür öffnet und jemand ruft: «Liebling, wie war dein Tag?» «Fraaag bloooss nicht. Ich sag’ dir … Das glaubst du … ich glaub’s ja sel… Wenn ich das … na warte … der wird mich …»
«So schlimm? Kommal her»
«Ne, ich geh erst in den Keller und schrei zwanzig Minuten.»
«Bis später. Ich drück dich, wenn du wieder da bist. Wo du schon runtergehst, nimm noch den Müll …. Scherz.»

Vor dem geistigen Ohr entstehen unterschiedliche Charaktere in unterschiedlichen Beziehungen. Dialoge sind immer relational, selbst dann, wenn eine Figur mit sich selbst spricht. Neben dem Verbalen erzählt sich noch vieles andere gleich mit.

6.

Februar 2027
Samstag
von 14.00 bis 18.15 Uhr

Reservation per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Kosten: 160 CHF, keine Ermässigung, inkl. Getränke, Obst, Kekse

Die Kursinhalte sind unter anderem:

  • Wie wenig reicht, dass eine Leserin, ein Leser folgen kann?
  • Wieviel «Lücke» verträgt’s und welche «Lücke» erzählt was?
  • Wie zeige ich implizit die Beziehung der Figuren?
  • Was sind Drehpunkte eines Dialogs? Wer führt? Wo wechselt das?
  • Welcher Subtext unterliegt (Schulz von Thun lässt grüssen)
  • Und wie vermeidet man diese unsäglich lähmenden Inquit-Formeln: «Sagte er…», «…erwiderte Gernot daraufhin.»
  • Wie kriegt man dieses grauenhafte auktoriale Kommentieren weg: «… herrschte er sie in unflätigem Tone an», wenn der Dialog zu allem Unheil weder «Unflätiges» sein Eigen nennt noch von «Anherrschen» im Entferntesten die Rede sein könnte.

Ort: GeschichtenBäckerei
Predigerplatz 42, 8001 Zürich

Wenn ihr einen Platz für einen Workshop oder eine Veranstaltung reserviert, bekommt ihr durch die GeschichtenBäckerei eine Bestätigung. Dadurch ist die Reservation verbindlich und die Teilnahme garantiert. Eine Abmeldung ist in den AGB geregelt.
Allgemeine Geschäftsbestimmungen

Fokuskurse

Wir bieten Vertiefungskurse für Autorinnen und Autoren: zu literarischem Handwerkszeug, zu bestimmten Fragestellungen wie etwa «Wie geht Komik?» oder «Wie geht Spannung?» oder «Wie ist die Dramaturgie einer Kurzgeschichte?» oder «Wie müssen Charaktere gezeichnet sein, damit sie die Leserin interessieren und über 3 oder 300 Seiten faszinieren?» Oder «Wie kann man Texte analysieren, dass sie als Anregung für das eigene Schreiben als Inspiration dienen können?» Das Gleiche gilt für die Frage nach dem Stil. «Wie ist der Stil einer Autorin, eines Autoren, wie setzt sie oder er bestimmte Mittel ein und welche Wirkung wird damit erzeugt?» Wie gelingen Liebesszenen, wie Erotikszenen. Welche Sprache spricht meine Figur in welcher Situation und Konstellation, wie träumt sie? Welche Sprache findet sie für ihre Sehnsucht? Es gibt noch einiges mehr …

Die Vertiefungskurse können einzeln, zu mehreren oder als Paket gebucht werden. Sie sollen inspirieren, Wissenslücken zu schliessen, unkonventionelle Ansätze zugänglich machen, Wissen und Handwerk vertiefen.

Die Vertiefungskurse sind praxisorientiert. In jedem Workshop gibt es Inputsequenzen, danach wird geschrieben. Es gibt kollegialen Austausch, professionelles Feedback, Tipps zum Überarbeiten. Wir arbeiten in einer Kleingruppe von drei bis maximal fünf Teilnehmenden, damit intensives Arbeiten möglich ist.